Chronik

1945 bis 1989

Die Zeit nach Kriegsende wurde noch einmal besonders schwer, sowohl für die 220 Heiminsassen als auch für das Betreuungspersonal. Um die Verpflegung aufrecht zu erhalten, musste z. B. Brot auf dem Schwarzmarkt erworben werden. Anfang der 50er Jahre erhielten beide Häuser Fernheizungsanschlüsse. Das war jedoch fast alles, was in den nächsten Jahrzehnten investiert wurde. Über die gesamte Zeit des Bestehens der DDR blieb die städtische Stiftung bestehen. Sie wurde als Altenheim mit einem kleinen Pflegebereich geführt. Da jedoch zur Erhaltung und Sanierung der Baulichkeiten in der Zeit zwischen 1945 und 1989 kaum Geld zur Verfügung stand, verfielen sie in einem beklagenswerten Maß. Trotzdem waren in dieser Zeit Plätze im Hospital von alten Menschen begehrt, da sich hier jeder im Altenheimbereich sein Zimmer mit eigenen Möbeln einrichten konnte. Der heutige Pflegestandard ist kaum vergleichbar mit den Gegebenheiten in der Alterspflege des real existierenden Sozialismus: Gemeinschaftstoiletten und -bäder mit geringstem Komfort, chronischer Mangel an moderner Pflegetechnik und Pflegehilfsmitteln aber auch an Dingen des Alltags, wie frischer Bettwäsche, 4-Uhr-Wecken-und-Waschen sowie ein ungepflegtes, halb verwildertes Grundstück bestimmten das Bild zu Zeiten der DDR. Hinzu kam der angeführte Verfall der baulichen Substanz, der die Wohnverhältnisse der alten Menschen und die Arbeitsverhältnisse des Pflegepersonals zunehmend unerträglich machte. Mit Einführung des bundesrepublikanischen Rechts wurde folgerichtig festgestellt, dass die Einrichtung nur mit einer grundlegenden Sanierung und Modernisierung weiter betrieben werden konnte.

Chronik